Drug Use Disorders Identification Test

Der Drug Use Disorders Identification Test (DUDIT) wurde als spezifisches Pendant zum etablierten AUDIT entwickelt, um problematischen Konsum illegaler…

Drug Use Disorders Identification Test
Fragen
11
Dauer
3 Min.
Originaltitel
Drug Use Disorders Identification Test
Adaptation
Drug Use Disorders Identification Test
Autoren
Berman, A.H., Bergman, H., Palmstierna, T. & Schlyter, F.
Erstellt
2003

Der Drug Use Disorders Identification Test (DUDIT) wurde als spezifisches Pendant zum etablierten AUDIT entwickelt, um problematischen Konsum illegaler Drogen sowie den Missbrauch von verschreibungspflichtigen Medikamenten zu erfassen. Er schließt gezielt Alkohol- und Tabakkonsum aus und richtet sich an Populationen, bei denen ein Verdacht auf Substanzmissbrauch besteht – sei es im primärversorgenden, psychiatrischen oder forensischen Setting. Die Auswertung hilft, das Suchtrisiko zu objektivieren, was ein hervorragender Einstieg sein kann, um den Patienten die Grundlagen psychischer Gesundheit systematisch näherzubringen.

Das Instrument deckt sowohl das aktuelle Konsummuster ab als auch die klinisch relevanten Folgen und Abhängigkeitssymptome. Oftmals überschneidet sich ein Suchtproblem mit starken affektiven Belastungen, sodass Therapeutinnen und Therapeuten im Rahmen der Behandlung auch grundlegende dysfunktionale Emotionen erkennen und durch gesunde ersetzen müssen. Durch seine hohe diagnostische Güte eignet sich der DUDIT hervorragend, um frühzeitig riskante Konsumgewohnheiten zu identifizieren und den Schweregrad einer potenziellen substanzbezogenen Störung abzuschätzen.

Beispielergebnis

Fiktives Ergebnis, aus einem Beispielsatz von Antworten berechnet.

Gesamtwert
18/ 44
Der DUDIT ist ein 11-Item-Selbstbeurteilungs-Screeningfragebogen zur Erfassung drogenbezogener Probleme (unter Ausschluss von Alkohol und Tabak) im vergangenen Jahr. Er ermöglicht die Differenzierung zwischen unproblematischem Konsum, Risikokonsum und wahrscheinlicher Abhängigkeit.
généraleGemischt · Allgemeinbevölkerung · Schweden · Berman et al. (2005)
044
18
M = 1.2 ± 2.5
cliniqueGemischt · Pathologie: Störungen durch Drogenkonsum · Schweden · n = 160 · Berman et al. (2005)
044
18
M = 33.2 ± 8
Zur Information
Cut-off≥ 25Drogenabhängigkeit
Wert ≥ 25: hohe Wahrscheinlichkeit einer Abhängigkeit von einer oder mehreren Drogen. Se 90 % (DSM-IV und ICD-10); Sp 78 % für DSM-IV und 88 % für ICD-10 (Berman et al., 2005).
Berman et al. (2005)Zur Studie
Cut-off≥ 6Wahrscheinliche drogenbezogene Probleme (Männer)
Weist auf wahrscheinliche drogenbezogene Probleme (entweder schädlicher Gebrauch oder Abhängigkeit) bei Männern hin. Der höhere Schwellenwert für Männer berücksichtigt die allgemein höheren Prävalenzraten und unterschiedlichen Muster des Substanzkonsums zwischen Männern und Frauen.
Berman et al. (2005)
Cut-off≥ 2Wahrscheinliche drogenbezogene Probleme (Frauen)
Weist auf wahrscheinliche drogenbezogene Probleme (entweder schädlicher Gebrauch oder Abhängigkeit) bei Frauen hin.
Berman et al. (2005)
Auswertung
Summe, Gesamtwert von 0 bis 44, die Punktevergabe der Antwortoptionen variiert je nach Item (siehe jeweilige Frage).

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Was der Test misst

Der DUDIT erfasst das Ausmaß und die potenziell schädlichen Folgen des Drogenkonsums. Dabei geht es nicht nur um die eingenommene Substanz, sondern auch um festgefahrene Reaktionsmuster, weshalb es im Behandlungsverlauf oft zentral ist, automatische Verhaltensweisen psychoedukativ zu bearbeiten. Die Items decken spezifische Dimensionen ab:

  • Konsumverhalten: Häufigkeit des Drogengebrauchs, Polytoxikomanie und die typische Dosis pro Konsumtag.
  • Abhängigkeitssymptome: Erleben von Kontrollverlust, starkes Verlangen (Craving) und morgendlicher Konsumbedarf. Der Fragebogen macht diesen Kontrollverlust greifbar, was einen spannenden Kontrast zu Patienten bietet, die aus Angst alles kontrollieren wollen.
  • Psychosoziale Folgen: Vernachlässigung von Alltagspflichten, Schuldgefühle und drogenbedingte Verletzungen.
  • Fremdwahrnehmung: Besorgnis oder Kritik aus dem sozialen Umfeld.

Der Fragebogen ist für Erwachsene und Jugendliche konzipiert und eignet sich für alle Altersgruppen, bei denen der Konsum illegaler oder missbräuchlich genutzter psychotroper Substanzen abgeklärt werden soll.

Wann und warum einsetzen

Kliniker setzen den DUDIT gezielt ein, wenn Anzeichen für einen Substanzmissbrauch bestehen oder routinemäßige Sucht-Screenings durchgeführt werden.

  • Intake-Screening: Zur schnellen, standardisierten Erhebung des Drogenkonsums bei der Aufnahme in die ambulante oder stationäre Behandlung.
  • Risikoabschätzung: Um zwischen unauffälligem, riskantem und abhängigem Konsumverhalten zu differenzieren.
  • Verlaufskontrolle: Zur Überwachung von Veränderungen der Konsummuster im Laufe einer Entwöhnung. Bei einem starken Suchtdruck in solchen Phasen kann es sehr hilfreich sein, wenn Patienten lernen, wie sie eine kognitive Gedankenflut gezielt unterbrechen.
  • Differenzialdiagnostik: Zur gezielten Abgrenzung von primär drogeninduzierten Symptomen gegenüber anderen psychiatrischen Störungsbildern. Oftmals nutzen Suchtpatienten Drogen, um belastende Gefühle zu dämpfen, was Parallelen dazu aufweist, wie andere Betroffene in der Depression belastende Situationen vermeiden.

Durch den validierten DUDIT-Score erhalten Behandelnde eine objektive, quantifizierbare Basis, die die klinische Einschätzung des Suchtverhaltens maßgeblich präzisiert. Im Rahmen der nachfolgenden Therapieplanung kann dann ein aktuelles Aktivitäteninventar sinnvoll eingesetzt werden, um drogenfreie Zeiten therapeutisch neu zu strukturieren.

Klinische Bibliothek

750+ klinische Werkzeuge

Eine Bibliothek, die mit und für Klinikerinnen und Kliniker entwickelt wurde, bereit für den Einsatz in der Sitzung und zur Fortführung zwischen den Terminen.

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Mehrere Arten von Ressourcen
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Auf einen Blick verstehen
Interaktive Übungen
Zum Durchführen und Ausfüllen
Interaktive Programme
Ein strukturierter Weg
Audios
Meditation und Entspannung
Psychometrische Tests
Automatische Auswertung

Die Fragen

  1. Die folgenden Fragen beziehen sich auf Ihren Drogenkonsum in den letzten 12 Monaten. Unter „Drogen“ verstehen wir illegale Substanzen oder Medikamente (Schlafmittel, Schmerzmittel), die außerhalb einer ärztlichen Verschreibung eingenommen werden. Alkohol und Tabak sind hiervon ausgeschlossen. Bitte antworten Sie so ehrlich wie möglich.
    1. Wie oft konsumierst du andere Drogen als Alkohol?
    Dieses Item erhebt die generelle Häufigkeit des Konsums von illegalen Drogen oder missbräuchlich verwendeten Medikamenten.
    • Niemals
    • Einmal im Monat oder seltener
    • 2- bis 4-mal pro Monat
    • 2- bis 3-mal pro Woche
    • 4-mal pro Woche oder öfter
  2. 2. Konsumierst du bei der gleichen Gelegenheit mehr als eine Art von Droge?
    Diese Frage zielt auf den gleichzeitigen Gebrauch mehrerer Substanzen ab, was auf ein erhöhtes Intoxikations- und Komplikationsrisiko hinweist.
    • Niemals
    • Einmal im Monat oder seltener
    • 2- bis 4-mal pro Monat
    • 2- bis 3-mal pro Woche
    • 4-mal pro Woche oder öfter
  3. 3. Wie oft nimmst du an einem typischen Konsumtag Drogen?
    Hier wird die typische Dosis an einem Konsumtag erfasst, um die Intensität der Substanzeinwirkung abzuschätzen.
    • 0 Mal
    • 1 oder 2 Mal
    • 3 oder 4 Mal
    • 5 oder 6 Mal
    • 7 Mal oder öfter
  4. 4. Wie oft bist du stark von Drogen berauscht?
    Dieses Item bewertet die subjektive Tiefe der Berauschung und damit die Schwere der Intoxikationszustände.
    • Niemals
    • Seltener als einmal im Monat
    • Monatlich
    • Wöchentlich
    • Täglich oder fast täglich
  5. 5. Hattest du im letzten Jahr das Gefühl, dass dein Verlangen nach Drogen so stark war, dass du ihm nicht widerstehen konntest?
    Diese Frage fokussiert sich auf das Craving, also das unbezwingbare Verlangen als zentrales Merkmal einer Abhängigkeitsentwicklung.
    • Niemals
    • Seltener als einmal im Monat
    • Monatlich
    • Wöchentlich
    • Täglich oder fast täglich
  6. 6. Warst du im letzten Jahr unfähig, mit dem Drogenkonsum aufzuhören, nachdem du einmal angefangen hattest?
    Hier wird der Kontrollverlust über den Substanzkonsum beleuchtet, ein klinisches Kernsymptom für Abhängigkeit.
    • Niemals
    • Seltener als einmal im Monat
    • Monatlich
    • Wöchentlich
    • Täglich oder fast täglich
  7. 7. Wie oft hast du im letzten Jahr Drogen genommen und dann etwas vernachlässigt, das du eigentlich hättest tun sollen?
    Dieses Item prüft, inwieweit der Konsum bereits zu einer Vernachlässigung beruflicher oder sozialer Verpflichtungen geführt hat.
    • Niemals
    • Seltener als einmal im Monat
    • Monatlich
    • Wöchentlich
    • Täglich oder fast täglich
  8. 8. Wie oft musstest du im letzten Jahr am Morgen nach einem Tag mit starkem Drogenkonsum eine Droge nehmen?
    Die Frage nach dem morgendlichen Drogenkonsum deutet auf Entzugssymptome und einen fortgeschrittenen Suchtverlauf hin.
    • Niemals
    • Seltener als einmal im Monat
    • Monatlich
    • Wöchentlich
    • Täglich oder fast täglich
  9. 9. Wie oft hattest du im letzten Jahr Schuldgefühle oder ein schlechtes Gewissen, weil du Drogen konsumiert hattest?
    Hier werden psychische Begleiterscheinungen wie Schuldgefühle erfasst, die häufig mit einem problematischen Konsummuster einhergehen.
    • Niemals
    • Seltener als einmal im Monat
    • Monatlich
    • Wöchentlich
    • Täglich oder fast täglich
  10. 10. Wurdest du oder eine andere Person (seelisch oder körperlich) verletzt, weil du Drogen konsumiert hast?
    Dieses Item untersucht die direkten körperlichen oder seelischen Schäden, die durch den Drogenkonsum bei der Person selbst oder bei anderen entstanden sind.
    • Nein
    • Ja, aber nicht im letzten Jahr
    • Ja, im letzten Jahr
  11. 11. Hat sich ein Familienmitglied, ein Freund, ein Arzt, eine Pflegekraft oder eine andere Person Sorgen über deinen Drogenkonsum gemacht oder dir geraten, damit aufzuhören?
    Die abschließende Frage bezieht die Außenperspektive ein und erfasst, ob das Umfeld bereits Besorgnis oder Kritik bezüglich des Konsums geäußert hat.
    • Nein
    • Ja, aber nicht im letzten Jahr
    • Ja, im letzten Jahr
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